Mit über 50 nochmals das Leben umkrempeln?

Mit über 50 nochmals das Leben umkrempeln?

Folgender Spruch stand auf einer Geburtstagskarte, die ich letztes Jahr erhalten habe:

Ab 50 begeht man nur noch Fehler, die Spass machen

Vor 4 Jahren hatte ich noch einen sicheren, nicht schlecht bezahlten Job und hatte meine Eigentumswohnung. Das alles ist nun vorbei: Vor bald 3 Jahren schon habe ich bei meinem Arbeitgeber gekündigt, um mich voll und ganz meiner Selbständigkeit zu widmen; meine

 

Leider ging es nicht so voran, wie ich es mir vorgestellt habe.

Im Nachhinein kenne ich den Grund: Ich brauchte eine KOMPLETTE Änderung, damit es wieder rollt und vorwärts geht. Die Eigentumswohnung war zwar schön und günstig zum Wohnen, aber das konnte es ja nicht gewesen sein: Soll ich nun bis zum Rentneralter in diesem kleinbürgerlichen Quartier wohnen und arbeiten? Wo total tote Hose herrscht und wo es noch ruhiger ist als auf dem Friedhof?

Bis ich mir eine klare Antwort geben konnte – nämlich ein klares Nein – ging ich durch einen grösseren Gedankenprozess durch. Ich wusste nämlich nicht, wohin ich sonst gehen sollte. Klar – nach Südafrika (ich bin Doppelbürgerin) – aber was werde dort arbeiten und wovon leben? Was passiert mit dem Geschäft? Ich war über viele Monate regelrecht verzweifelt und hatte keine Ahnung wie es weitergehen soll.

Ein positiver Nebeneffekt hatte es dennoch: ich habe während dieser Phase mein Hobby wieder entdeckt – nämlich die Malerei. Und als ich zufälligerweise vor einem Jahr mein erstes Bild verkauft habe, hat mich das enorm motiviert. Dennoch wusste ich immer noch nicht, wie es weitergehen soll.

Bis ich zum Schluss kam, dass ich soviel nachdenken und grübeln kann wie ich will, es nützt alles nichts. Ich verkaufe einfach mal die Wohnung und danach schauen wir weiter. Denn irgendwie geht es weiter! Und mit diesem Entscheid kam sehr Vieles ins Rollen. Zuerst nur ganz langsam, fast nicht spürbar.  Und jetzt bin ich Mitten drin.

wohnen und arbeiten (home office) und 2 Mal im Jahr irgendwo Urlaub machen?

und ich habe vor 4 Jahren nicht mal im Traum daran gedacht, dass mein Leben mal so aussehen wird.

Wenn ich jedoch zurückschaue, möchte ich auf keinen Fall wieder zurück und meine Entscheidungen habe ich nie bereut und es fühlt sich richtig an.

Es könnte auch das typische „midlife-crises“ Syndrom sein. Ich weiss es nicht, ist mir egal und ich mache mir auch keine Gedanken darüber.

In meinem Umfeld sind die Reaktionen zu meinem neuen Leben mehrheitlich positiv. Sehr oft – oder sogar meistens höre ich einen wehmütigen Seufzer mit den Worten

„wenn ich könnte, würde ich auch“

„wenn ich nicht alleine wäre…“

„wenn ich jünger wäre…“, usw.

Naja, es gibt 10001 Gründe es nicht zu tun. Gerade wegen dem Alter.. was soll ich denn sagen? Meine Überzeugung ist, dass es keine Frage des Alters ist, sondern eine Frage des Muts. Klar: mit 50 hat man nicht mehr die gleiche Energie wie mit 20 oder 30. Ich will mit 50 auch nicht so leben wie eine 25-jährige. Solange ich körperlich und mental fit bin, gibt’s für mich nur noch eine Richtung – nämlich in ein selbstbestimmtes bunteres Leben.

Wie es überhaupt soweit kam, kann ich auch nicht genau sagen. Es gab schon immer diese innere Stimme in mir, die mir sagte, dass mein Leben so, wie ich es führe, gar nicht zu mir passt. Und plötzlich ging gar nichts mehr: nachdem ich den Job gekündigt habe, bekam ich ein Jahr später von jetzt auf jetzt Probleme mit dem Gehen. Das war so dermassen schlimm, dass ich ohne fremde Hilfe fast nicht mehr selber Gehen konnte; es fehlte mir die Kraft in den Beinen. Natürlich habe ich viele ärztliche Checks gemacht, und natürlich hat man nichts herausgefunden.

Für mich persönlich war das ein Zeichen – nämlich dass „es so nicht weitergehen kann“. Mein Körper will mir so mitteilen, dass ich die Richtung ändern muss. Das klingt vielleicht für die einen absurd, ich selber bin jedoch davon überzeugt.

Die Spiritualität finde ich ebenfalls ein hochinteressantes Thema. Ich meine nicht diese pseudo Esoterik! Damit habe ich nichts am Hut. Dennoch kann ich die Spiritualität nicht verleugnen, ich spüre, dass es sie gibt – Punkt.

Für mich sind Kunst, Reisen und Spiritualität keine gegensätzliche Themen – im Gegenteil: Sie fliessen perfekt ineinander, und weitere werden wohl noch dazukommen! 😉

Das war’s fürs erste.

Bis bald wieder – Katrin

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